My Chucks
Punk

Punk. pUnK. Sicherheitsnadeln. Sex Pistols, Rasierklinge, God S(h)ave the Queen. No Future. London. 1977. Punk=Garbage=Abfall, Müll. Alptraum aller Eltern. Abgefackt ist In. Hinterhof. Schmutz. Ratte. Verratze Matratze. Johnny Rotten, the damned. Abschaum. Arbeitslosigkeit. No Future. F... die Bourgeoisie. No Future. Rock'n Roll. Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa. Rock'n'Roll is dead. Zerrissene Klamotten. Sicherheitsnadel durch die Backe. Durch die Bank, weg. Never mind the bollocks. No Future. Lila-violett gefärbte Haare. Fuck. Probleme. SexPIStOls. Buchstaben aus Zeitungen. Brutal und Hässlich. No Future. Hämmer die Drums. Schrapp die Gitarre. Anarchie ist machbar Herr Nachbar. Schrapp die Gitarre laut und schnell. Fuck You Kay=No Future. No Futter. Haste ma ne Fluppe, ey. Dusche? Geschniegelt? Vergiss es.

Fragst du zehn verschiedene Punks nach der Definition von Punk, dann bekommst du zehn verschiedene Antworten. Doch auf eine Sache kann man sich einigen. Punk ist mehr als nur eine Musikrichtung, es ist eine Art zu leben und ein Lebensgefühl.
Punk wird meistens mit England, speziell London in Verbindung gebracht. Doch tatsächlich ist der Punk gar nicht in England entstanden, sondern hat dort lediglich seinen ersten "Boom" erlebt, als viele der Jugendlichen damals mit ihrer Lebenssituation unzufrieden waren, da sie keine Arbeit hatten. (=> "No Future")

Die wahren Ursprünge des Punk liegen in den Staaten. Hier wurde 1966 eine Band namens Velvet Underground gegründet. Ihr Gründer war ein Kerl namens Lou Reed, heute sozusagen der "Großvater des Punk".

Neben Lou Reed mit Velvet Underground entstand im damaligen New York noch eine neuartige, umstrittene Kunstbewegung, die sich hauptsächlich in New Yorker Untergrundszenen abspielte und die Ästhetik des Hässlichen betonte und zugleich in Frage stellte. Diese Kunstrichtung hieß Nihilismus – nicht zu verwechseln mit dem Nihilismus als Welthaltung

Im Laufe der nächsten Jahre entstanden in New York weitere Bands, die erste Punksongs aus der Taufe hoben. Darunter waren zum Beispiel auch The New York Dolls (ursprünglich The Dolls of New York), die auffielen durch kurze, schroffe Songs, wie es sie so bis dahin noch nicht gab. Was aber beinahe noch mehr auffiel, war ihr damals eigenwilliger Kleidungsstil.

Auf Tour kamen die New York Dolls irgendwann nach London. Ihnen folgten andere Punkbands, die sich in der New Yorker Szene bereits gebildet hatten. Dank Bands wie Suicide, The Modern Lovers, The Stilettos, Television, Talking Heads, Blondie entstand auch in London eine kleine Punkszene.

Im Laufe der 70er Jahre wurde Punk immer bekannter und es gab die ersten Plattenproduktionen. 1974 gründeten sich die legendären The Ramones. Sie gaben sich als "Drei-Akkord spielende, idiotische Schwachköpfe" aus. Im Januar 1976 erschien zum ersten Mal die Musik- und Kulturzeitschrift Punk. Viele Leute sagen, dies sei der Moment gewesen, an dem die neu geborene Szene einen Namen bekam. (Punk, engl. = Abschaum, Dreck) Die Anhänger der Szene fanden diesen Namen, den Legs McNeil, der Gründer der Zeitschrift Punk für sie gefunden hatte, vorerst recht lächerlich. Sie alle sahen sich nicht als Punk.

Die großen Gruppen der 70er Jahre, Rolling Stones, Led Zeppelin, Pink Floyd usw. hatten sich meilenweit von ihrem Publikum entfernt, sie fühlten sich als Stars und fuhren dicke Autos, während es in England, wirtschaftlich immer mehr den Bach runter ging. Viele der Jugendlichen fanden nach ihrer Ausbildung keine Arbeit. Es gab kein ausgereiftes Sozialsystem, so saßen viele der Jugendlichen auf der Straße. So entstand der Hass, gegen die Gesellschaft. Und dieser Hass wurde dadurch noch verstärkt, als die Jugendlichen merkten, dass die Gesellschaft total oberflächlich war. Weil sie sich schäbig kleideten und sich verrückte Frisuren machten, wurden sie vom kleinbürgerlichen Spießbürger in Schubladen gesteckt. Bewusst wollte man sich dagegen auflehnen. So erlebte Punk in England einen wahren Boom. Vor allem bei den Kindern der Arbeiterfamilien fand Punk seine Anhänger.

Im November 1975 hatten die Sex Pistols ihren ersten Auftritt im "St. Martin's Art College" in London. Nach dem sie nur fünf Songs gespielt hatten, wurde das Konzert unterbrochen. Am nächsten Tag führten sie ihren 30-Minütigen Auftritt an der Central School of Art and Design fort. Es folgten Bands wie The Clash und Damned.

Das besondere an der Punkszene war, dass jeder daran teilnehmen konnte. Jeder konnte sich auf die Bühne stellen und seine drei Akkorde auf der Gitarre schrammeln oder einfache Uffta-Rhytmen auf den Drums klopfen. Das war Punk.

Und das ist der Grund, warum heute viele Leute sagen, Punk sei tot. Punk hat sich verändert, hat sich weiterentwickelt und unzählige Unterarten entwickelt. Man kann sich nicht mehr überall auf die Bühne stellen und seine drei Akkorde schrubben. Der Punk hat sehr an musikalischer Qualitäten gewonnen. Er ist massentauglich und somit auch kommerziell geworden. In Teile der Punkszene sind viele optimistische Grundeinstellungen geflossen, entgegen der früheren "No Future"-Einstellung. Punk hat sich vermischt mit vielen andern Musikrichtungen und Einflüssen.

Punk, Punkrock, Punk'n'Roll, Poppunk, Skapunk, Politpunk, Funpunk, Melodic Punk, Skatepunk, Hardcore Punk, Deutschpunk, ... - Jede der Punk-Musikrichtungen hat auch seine eigene Szene. Im Großen sollte man zumindest zwischen Amipunk, Deutschpunk (Punk ist nicht automatisch Deutschpunk, wenn er deutsche Texte hat!) Funpunk, Rock'n'Roll-Punk und den Skapunk-Varianten unterscheiden.

Die vielen sehr verschiedenartigen Punk-Richtungen sorgen dafür, dass Punk nicht mehr Punk ist, wie es war. Aber er ist nicht tot. Punk will never die!




Was ist eigentlich Punk-Rock?

Als 1976 plötzlich aus heiterem, aber recht langweiligem Rockhimmel der Punk abging, schüttelten sogar die ach so toleranten 68er, die ergraute, schulterlange Matte, äugten irritiert über die randlose Brille und retteten sich in soziopsychologischen Erklärungen für ein Phänomen, das uns trotz besserwisserischer Fachleute, die seinerzeit über eine kurzlebige Masche nur milde lächelten, auch im neuen Millenium erhalten geblieben ist.“

So oder ähnlich fängt es wohl in den verschiedensten Büchern und Erzählungen über den Punk-Rock an.

Die Punkmusik schubste die Rockmusik aus ihren eingefahrenen Bahnen. Sie war und ist es heute manchmal auch noch: laut, schnell, aufsässig und einfach anders als alles, was die Musikindustrie der Masse sonst als megaheißen Trend vorsetzte und noch vorsetzt.

Es war eine seltsame Mischung aus Rebellenattitüde, weitgehend ungezügeltem Zorn und handwerklichem Unvermögen, die die meisten Punks damals in den Clubs an den Tage legten. Es war die Einfachheit der Punkmusik, die diese so besonders machte. Den jungen Punks ging es nicht darum, eine einprägende Melodie zu erschaffen, die von sauberen Gitarrenklängen umspielt und möglicherweise noch von einem Gitarrensolo geschmückt wurde. Nein, es ging eher darum, simple Songs zum Mitschimpfen als zum Mitsingen zu schreiben und alle waren stolz darauf, Dilettanten und Amateure zu sein. Die meisten Lieder hatten nicht einmal mehr als drei Akkorde, daher wurden die drei Akkorde zum Synonym für Punk und der damit verbundenen Philosophie. Punk war eine Bewegung Jugendlicher, die auf sich aufmerksam machen wollte. Diese Punks hatten die Nase voll von den Versprechungen der Regierung, weil sie täglich sehen konnten, was daraus wurde. Die Arbeitslosigkeit wuchs immer mehr und vor allem unter den Jugendlichen war die Arbeitslosenrate besonders hoch.

Engagierte Punks wandten sich gegen Rassismus, Faschismus, bezogen Stellung gegen die schon genannte Arbeitslosigkeit und setzten sich für die fehlenden Perspektiven der Jugendlichen ein. Sie nutzten dabei die Musik, um ihre Gefühle, Wünsche und Einstellungen, möglichst unverstellt und ungeschönt auszudrücken. Punk, was soviel heißt wie Rowdy, Rabauke, Randalierer oder auch Abschaum, löste im United Kingdom einen Generationskonflikt aus und attackierte die Monarchie und die konservative Regierung.

Viele Designer nutzten die Punkbewegung und steuerten vor allem durch Mode und die dazugehörigen Accessoires einen großen Teil zu diesem Boom bei.

Doch Punk war nicht nur eine kurzlebige Welle und ein Geschäft, Punk füllte auch ein Jugend- und gesellschaftspolitisches Vakuum, das nach den Hippies und den 68-iger Jahren entstanden war.

Bis heute hat sich die Punk-Musik natürlich sehr stark verändert. Obwohl das Prinzip im Grunde gleichgeblieben ist, hat sich mit der Zeit die Musik qualitativ um einiges weiterentwickelt. Die meisten Bands sind zwar von dem Urprinzip der drei Akkorde längst weit entfernt und auch die Texte sind vielseitiger geworden, aber ich denke, die Meinungen und Anliegen gehen in dieselbe Richtung wie früher, auch wenn die Bands selbst nicht mehr betroffen sind. Die Texte heute befassen sich mit Religion, kritisieren die Konservativen, die, die immer und zu allem „Ja“ sagen und die, die sich für nichts interessieren. Es ist so ziemlich alles an Botschaften in der Punk-Musik zu finden.

Man kann wohl sagen, daß sich das Phänomen Punk im Verlauf von rund 25 Jahren vom hemmungslosen Dilletantismus zu einem belebenden und vielseitigen Element der Rock-Musik entwickelt hat. Die rebellischen Tage der Sex-Pistols, Clash, Ramones und vielen anderen, haben den Boden bereitet, für viele Verzweigungen des Punk-Rock. Dazu zählen:

Proto-Punk:

Proto-Punk ist der Sammelbegriff für Musiker, die Wegbereiter für die Punk-Revolte in Großbritannien wurden. Es waren unterschiedlich angelegte Unternehmen, die mit verschiedenen Basis-Elementen eine eigene Musik entwickelten. Sie wollten sich von den gängigen Rockkonventionen absondern.

Post-Punk:

Der Post-Punk erweiterte den Ur-Punk der Sex Pistols und versuchte diesen mit experimentellen Ansätzen variabler zu gestalten. Einige dieser Post-Punk-Gruppen bevorzugten melancholische Klänge und intellektuellere Texte. Der Post-Punk erlebte seine beste Zeit in den späten 70-er und den frühen 80-er Jahren und verlor sich dann im alternativen Pop- und Rock-Metier.

Hardcore-Punk:

Der Hardcore-Punk, als härteste und extremste Form des Punk, findet primär in den Vereinigten Staaten statt. Die Musik, die seit den 80-er Jahren bekannt ist, ist laut und schnell, der Sänger schreit, die Akkorde sind einfach und die Musik baut auf der gnadenlosen Rhytmusarbeit auf. Gelegentlich ist es äußerst schwierig, die einzelnen Bands voneinander zu unterscheiden. Auch erfolgreiche Bands, wie Nirvana und Green Day wurden entscheidend vom Hardcore-Punk geprägt.

Oi-Punk:

Der Oi-Punk ist eine brutal schnelle und laute Abart des Hardcore-Punk, die zuerst in Großbritannien auftauchte. Diese Punk-Art behandelte wenig melodisch, fast ausschließlich, Aggression, Gewalt und Macht. Oi-Punk kam Anfang der 80-er Jahre auf und fand sein Gefolge im Underground und gilt im allgemeinen als unpolitisch.

Punk-Pop:

Punk-Pop beschreibt eine Verbindung von Power-Pop-Melodien mit schnellem Punk-Tempo und lauten Gitarren. Dieser Stil entwickelte sich 1994 besonders erfolgreich.

No Wave:

No Wave ist ein Sammelbegriff für Musiker, die minimalistische Experimente betrieben und ihre Arbeit mehr als Performance-Kunst verstanden als als Musik. Der Ende der 70-er Jahre entstandene „No Wave“ wirkte sich mit seinen Geräusch-Collagen und Feedback-Orgien auf die alternative Rock-Szene aus.

Cowpunk:

Der in den 80-er Jahren entstandene Cowpunk ist die Country-Variante des Punk, der in den US-Südstaaten aufkam. Die Musiker vereinten Country-Themen und -Atmosphäre mit Punk-Power.

Die Zentren des Punks, also seine Entwicklung, haben sich im Laufe der Zeit in die Vereinigten Staaten verlagert. Statt in grauen englischen Industriestädten und der Metropole London blüht und gedeiht Punk heute vor allem in New York City, Chicago, Washington DC und im Süden der Vereinigten Staaten, in Kalifornien oder Florida. Punk ist geschellschaftsfähig geworden und so freuen sich heute viele Bands wie Bad Religion, Blink 182, Green Day, Die Toten Hosen, Die Ärzte angesichts prächtiger Chartplatzierungen.

Zurzeit ist internationaler Punk-Rock in Deutschland wieder im kommen und ich persönlich hoffe, dass es noch lange so bleibt oder vielmehr so weitergeht.

Punkmode

Die Mode der Punks kann man mit herkömmlicher Mode eigentlich nicht vergleichen. Hier sehen wir den Mut zur Häßlichkeit, eine bis dahin unbekannte Ästhetik, die Modemacher/innen wie zum Beispiel Vivienne Westwood, zur Haute Couture erhoben.

Zusammen mit Malcolm McLaren erkannte sie als Erste das Potential, daß der Punk in seiner kommerziellen Verwertung bot. Punks schätzen zerschlissene Jeans, Lederjacken und abenteuerliche schwarze Netzhemden. Sie machten Nietenarmbänder, Sicherheitsnadeln und Rasierklingen zu ihrer Mode. Auch Hundehalsbänder und T-Shirts mit der Aufschrift „FUCK“ werden ihr äußeres Markenzeichen. Je schriller, fetziger und auffallender, desto besser. Das spiegelte sich auch in wildtoupierten Igelfrisuren wieder.

Die Gesellschaft hatte den Punk als Bürgerschreck identifiziert, also gab und zeigte er sich auch dementsprechend. Die Punks verstanden ihr Outfit aber auch als deutliche Artikulation gegen bestehende gesellschaftliche Konventionen und attackierten damit Spießer und die Normen des verhaßten Bürgertums



Etymologie

Das Wort Punk aus dem Englischen ist älter, als oft angenommen wird. Es taucht bereits bei Shakespeare auf z. B. in Maß für Maß und bezeichnet eine Prostituierte. Aus einer anderen Bedeutung von Punk „faules Holz“ ergeben sich weitere durch Übertragung: Punk bezeichnet allgemein etwas Niedriges, Minderwertiges, also „Unsinn“; auf Personen bezogen „Anfänger, unerfahrene Person; Strolch, Kleinkrimineller, Landstreicher“, oder gar „Abschaum, Dreck“.

Der Ursprung der Verwendung des Begriffes Punk, um eine bestimmte Form von Musik oder Jugendkultur zu beschreiben, ist nicht völlig geklärt. Laut Punk-Urgestein Marthy Thau (Produzent von Suicide und New York Dolls) tauchte der Begriff zuerst in den 1960er Jahren im Umfeld von Bands aus dem Raum um Detroit wie MC5 oder den Stooges auf. Eine der ersten Verwendungen entstammt einer Plattenkritik der Stooges-Platte "Raw Power". Lenny Kaye, der Gitarrist der Patti Smith Group gebrauchte den Begriff Punk-Rock 1972 in den Erläuterungen einer von ihm veröffentlichten Anthologie des amerikanischen Garagenrocks der 1960er Jahre.

Später gründete in New York Legs McNeil ein Underground-Fanzine namens Punk Magazine. Der Punk-Veteran Donny the Punk hat erklärt, dass das Wort Punk von einem Slangausdruck für Vergewaltigungen im Gefängnis kommt („I punked that kid“). Ein Punk ist in diesem Zusammenhang das Opfer.

Nach Großbritannien gebracht wurde der Begriff Punk Rock durch die Musikjournalistin Caroline Coon, (die damalige Freundin des The-Clash-Bassisten Paul Simonon,) die damit englische Bands wie Sex Pistols, The Clash und The Damned beschrieb. Vorher war in England für diese Art von Musik der Begriff "Working Class Rock´n´Roll" geläufig.

Daten und Fakten

Die Herkunftsmillieus der Punk-Anhänger sind sehr unterschiedlich. Viele Punks stammten und stammen aus der Arbeiterklasse oder der Unterschicht, daneben gab und gibt es aber auch sehr viele Punks, die der Mittelschicht entstammen, und auch viele mit sehr guter Schulbildung. Laut Johnny Rotten dem Frontmann der Punkband Sex Pistols, war einer der Hauptgründe für das Punk-Phänomen der 1970er der Protest gegen das Klassensystem und die Chancenungleichheit, die die Jugendlichen der Punkszene dazu motivierte, sich Schicht-unkonform zu verhalten und miteinander zu solidarisieren.

Im Punk-Konzert-Publikum dominiert der männliche Anteil mitunter stark. Diese Tendenz ist auch im Bereich der aktiv tätigen Szenezugehörigen deutlich sichtbar. Bands und Fanzines bestehen sicherlich zu drei Vierteln aus Männern, obwohl der Anspruch auf Gleichberechtigung der Geschlechter szeneintern einen hohen Stellenwert hat. Um dem, vor allem gegen Ende der 1980er Jahre in der Punk/Hardcore Szene wiedererstarkenden, Machismo aktiv etwas entgegenzusetzen, bildete sich innerhalb der Szene die Riot-Grrrl-Bewegung, in der Frauen und Mädchen sehr aktiv und engagiert als Veranstalterinnen, Urheberinnen von Labels, Autorinnen von Fanzines und besonders Musikerinnen auftraten.

Abgrenzung

Ursprünge: Garage-Rock, Proto-Punk
Herkunft: USA (New York und Detroit), später dann Hochphase in England (London)
Zeitraum: 1976-1978, aber bis heute existent
Punk ist nicht: Prog-Rock

Geschichte


Proto-Punk

In der Proto-Punk-Phase waren vier Bands entscheidend für die weitere Entwicklung. In New York gründete 1966 Lou Reed - "The Godfather of Punk" (Legs McNeil)- mit John Cale The Velvet Underground, die eine Antithese zum Summer Of Love und dem Hippietum formulierten und bis dahin nicht erzählte Geschichten aus dem seedy underbelly der Großstadt mit verzerrten Gitarren, elektronischer Violine und Noise, Noise, Noise vertonten.

Von Andy Warhol unter die Fittiche genommen, war The Velvet Underground trotz chronischer Erfolgslosigkeit musikalisch, aber noch mehr durch das unbedingte anders sein, anders sein wollen äußerst einflußreich. Das spätere Markenzeichen des Punk, das Brechen von Regeln, das über die Grenzen des bis dato üblichen hinausgehen, findet sich in The Velvet Underground bereits in Vollendung.

Der zweite Geburtsort von Punk ist Detroit: Iggy Pop trägt mit den Stooges eine metallische Härte und den Wahnsinn seiner Stageperformance zur Ursuppe des Punk bei, die MC5 würzen sie dagegen galore mit aggressiv politischen Themen (wobei ihr Kommunenleben sie zu einer Art Hybrid der bestehenden Hippie- und der aufkeimenden Punkkultur macht). Beiden ist - wie schon den umstrittenen Liveperformances von The Velvet Underground - gemein, dass sie ein riot-Element der Musik zuführen. Die MC5 explizit über ihre politischen Ambitionen, Iggy und die Stooges mehr implizit durch den sich selbst und andere zerstörenden Wahnsinn, den Iggy auf der Bühne auslebt.

In New York entstanden nach der großen Zeit von Warhols Factory und The Velvet Underground in den frühen 1970er die New York Dolls, die mit ihrem damals eigenwilligen Kleidungsstil auffielen und insbesondere für die spätere New Yorker Punkszene der Fixpunkt sein sollten, bis 1975 der Übergang zu Punk erfolgte


US-Punk / CBGB-Punk

Die richtige Punkexplosion begann, als zeitgleich mehrere (musikalisch völlig unterschiedliche) Bands der Idee Velvet Undergrounds, des Aufbrechens der bestehenden Grenzen, folgten und im CBGB eine Heimat fanden. Tom Verlaine von Television überredete den Besitzer der schlecht gehenden Bar in der Bowery, einmal in der Woche Konzerte abhalten zu dürfen und baute mit seinen Bandkollegen eigenhändig die dortige Bühne auf der in den darauffolgenden Wochen mit Television, den Ramones, Suicide, Blondie, Talking Heads, Richard Hell (anfangs noch in Television), Johnny Thunders & The Heartbreakers (früher in New York Dolls), Patti Smith sowie den zugezogenen Dead Boys alle prägenden US-Punkbands der Frühzeit spielen sollten.

1974 gründeten sich die legendären Ramones, die sich als "Drei-Akkord spielende, idiotische Schwachköpfe" ausgaben, die Harmonien der 60ies Girl-Groups und des Phil Spector Sounds mit ungeahnter Schnelligkeit spielten und so den Blueprint für jeden melodiösen Punk bis heute bilden. Im Januar 1976 erschien erstmals Punk (Fanzine), wodurch die neu geborene Szene einen Namen bekam (Punk, engl. = Abschaum, Dreck). Die Anhänger der Szene fanden diesen Namen, den Legs McNeil, der Gründer der Zeitschrift Punk für sie gefunden hatte, vorerst recht lächerlich. Sie alle sahen sich nicht als Punk.

Der Name selbst ist aus einem Buch William Burroughs entliehen, was noch einmal ins Gedächtnis ruft, dass Punk in seinen Ursprungstagen zwar von der Straße gemacht wurde, doch eine sehr enge Anbindung an den künstlerischen Underground hatte. Burroughs, Jim Carroll und Patti Smith waren Schriftsteller und Dichter, die alle in der Punkszene eingebunden waren. So sollte der amerikanische Punk immer der artifiziellere Bruder des britischen sein, der dafür deutlich klarer gesellschaftliche Mißstände artikulierte. Der britische Punk wird diesen artifizielleren Approach erst einige Jahre später mit der Post-Punk-Bewegung und seinen Art-School-Punk-Bands entdecken.


UK-Punk

Durch eine Tour der New York Dolls kam London erstmals mit Proto-Punk in Kontakt, woraufhin Malcolm McLaren nach New York zog und deren Manager wurde. Da sich aber seine politischen und künstlerischen Ambitionen mit den New York Dolls, die eher eine Bande von street rats waren und sich um Manifeste nicht scherten, nicht umsetzen ließen, scheiterte er und eröffnete in London mit Vivienne Westwood einen Mode-Shop.

Nach verschiedenen Stilwechseln konzentrierten sich Westwood und McLaren in ihren Kreationen auf Fetisch-Stil und nannten ihren Laden in der King's Road "Sex", der ein Treffpunkt einer Gruppe von Jugendlichen wurde, aus denen später die Sex Pistols (benannt nach dem Laden) entstanden, die McLaren als Manager führte und über die er seine Ambitionen einer Verknüpfung von Situationismus mit Musik zu verwirklichen suchte.

Im November 1975 hatten die Sex Pistols ihren ersten Auftritt im St. Martin's Art College in London. Nachdem sie nur fünf Songs gespielt hatten, wurde das Konzert abgebrochen. Am nächsten Tag führten sie ihren 30-Minütigen Auftritt an der Central School of Art and Design fort. Zentral und unverzichtbar für den Eindruck, den die Sex Pistols hinterließen war ihr Sänger und Texter Johnny Rotten, der mit einer Verachtung seine Worte dem Publikum entgegenschleuderte wie es die Musikwelt bis dahin noch nicht gesehen hatte.

Die Sex Pistols waren die Initialzündung für den englischen Punk, ihnen folgten zunächst The Clash und The Damned. Auch im restlichen England schwappte die Punkwelle langsam über: so wurde Manchester durch ein legendäres, von den Buzzcocks organisiertes Konzert infiziert bei dem sich beispielsweise Joy Division gründeten (sehr schön im Film 24 Hour Party People festgehalten).

Ein zentraler Mythos in der Geschichte des Punk ist die Bill Grundy Show und ihre Folgen. Die in Bill Grundys Fernsehsendung eingeladenen Sex Pistols traten dort mit einer Fanschar auf, unter denen sich auch die in der Folge von Bill Grundy angebaggerte Siouxsie Sioux befand. Steve Jones griff schützend ein und beleidigte live auf Sendung den Moderator, was am nächsten Tag von der Yellow Press in England aufgenommen wurde und als der Moment gelten kann, wann Punk den underground verließ. Eine heute kaum zu verstehende Hysterie setzte ein und die einen Tag später startende Anarchy In The UK - Tour (Line-Up: The Damned, The Clash , Johnny Thunders & The Heartbreakers sowie die Sex Pistols als Headliner) wurde zu einem wahren Spießrutenlauf. Oftmals durfte der Tourbus nicht einmal die Ortsgrenzen überfahren, lediglich ein Bruchteil der Konzerte fand tatsächlich statt.

In der Folgezeit waren die Sex Pistols die berüchtigste Band des Königreichs, was absurde Ausmaße annahm: sie wurden von zwei Plattenfirmen gefeuert bevor sie überhaupt ihr Album abliefern durften, um Platz 1 für God Save The Queen zu verhindern, wurden die UK-Charts manipuliert bis schlußendlich das junge Label Virgin endlich den Mut zeigte, ihr Debutalbum "Never Mind The Bollocks" zu veröffentlichen, das zum zentralen Werk des Punkrock wurde.

Der nicht enden wollende Zwist zwischen dem figurehead der Punkbewegung, Johnny Rotten, und dem Sex Pistols Manager Malcolm McLaren, kulminierte auf einer US-Tour in den ersten Monaten 1978. In San Francisco angelangt, war Johnny Rotten der Heroinsucht von Freund und Bassist Sid Vicious wie dem Geschäftsgebahren McLarens derart überdrüssig, dass er entschied auszusteigen und auf dem Konzert im Winterland, San Francisco nach einem Cover von "No Fun" der Stooges die berühmten letzten Sätze formulierte: "Ever get the feeling you've been cheated?" und spätestens hier Punk implodierte.

The Clash hingegen, die mit ihrem selbstbetitelten Debut ein schnelles Garagen-Punk-Fest feierten, entwickelten sich nicht nur zum politischen Gewissen des Punk, sondern verschoben auch die Grenzen innerhalb dessen, was man im Punk machen durfte, weiter. Zentral ist dabei das dritte The Clash - Album London Calling, das ein an Stilvielfalt kaum zu überbietendes, herausragendes Doppel-Album war.


Punk in den 90ern/00ern

Im Rahmen des Punk-Revivals feierte Punk im Amerika der 1990er noch nie dagewesene kommerzielle Erfolge. Platten wie Dookie (Green Day) und Smash (The Offspring) verkauften sich millionenfach besser als die der Gründungsväter Ramones, Pistols oder Clash. Neben den großen Bands, die sich alsbald unter Major-Fittiche begaben, blieb vor allem das Epitaph-Label (und in Europa Burning Heart) für die Bands des Punk-Revivals wie Rancid und NOFX die erste Adresse.

Kurz nach der Jahrtausendwende kam in der Bugwelle der Strokes die große Zeit des Garage-Punk, der für zwei, drei Jahre die Musikwelt - zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung und in der Presse - vollends bestimmte. Im Gegensatz zum Punk-Revival, das sich aus Skate-Kultur und dem UK-Punk der 70er speiste, standen die Garage-Punk-Bands in der Tradition des CBGB- und Proto-Punks.

Musikalische Besonderheiten

Das besondere der Punkszene war, dass jeder daran teilnehmen konnte. Jeder konnte sich auf die Bühne stellen und seine drei Akkorde auf der Gitarre schrammeln oder einfache Rhytmen auf den Drums klopfen. Das war Punk. Diese DIY-Idee und -Ästhetik setze sich auch in den Produktionsmitteln fort: es entwickelte sich erstmals eine funktionierende Independent-Struktur mit Labels, die im Wochentakt Punksingles auf den Markt warfen. Rough Trade war dabei das Auge des Independent-Hurrikans, der für eine kurze Zeit in England den Major-Plattenfirmen die goldbesetzten Ziegel vom Dach wehte.

Punk hat sich verändert, hat sich weiterentwickelt und unzählige Unterarten entwickelt. Man kann sich nicht mehr überall auf die Bühne stellen und seine drei Akkorde schrubben, Punk hat sehr an musikalischen Qualitäten gewonnen, ist massentauglich und somit auch kommerziell geworden. In Teile der Punkszene sind viele optimistische Grundeinstellungen geflossen, entgegen der früheren No Future-Einstellung. Punk hat sich mit vielen andern Musikrichtungen und Einflüssen vermischt.

Punk, Punk'n'Roll, Pop-Punk, Ska-Punk, Polit-Punk, Fun-Punk, Melodic-Punk, Skate-Punk, Hardcore-Punk, Deutsch-Punk, Street-Punk, Emo-Punk, Surf-Punk, Post-Punk... - Jede der Punk-Musikrichtungen hat auch seine eigene Szene.

Andererseits ist mit einem breiteren Verständnis von Punk - gerade durch die Weiterentwicklung mittels Post-Punk - kaum eine relevante gitarren-dominierte Musikrichtung von Heute ohne Punk denkbar. Die Atonalität, Aggressivität und der Versuch die Grenzen zu verschieben, die immer zentral für Punk waren, leben in den verschiedenen Formen, wenn auch nicht in den von MTV glatt geschliffenen Pop-Punk-Formaten, weiter.

Wichtige Bands und ihre zentralen Alben:

Crass: The Feeding Of The 5000, Penis Envy

Sex Pistols: Never Mind The Bollocks

The Clash: The Clash, London Calling

Television: Marquee Moon

Ramones: Ramones, It's Alive

The Slits: Cut

Wire: Pink Flag

The Undertones: The Undertones

Patti Smith: Horses

Wichtige Songs

Sex Pistols: Anarchy In The UK, God Save The Queen, Pretty Vacant, Holidays In The Sun

The Clash: White Riot, White Man In Hammersmith Palais, London Calling

Ramones: Blitzkrieg Bop, Sheena is A Punk Rocker, 53rd and 3rd

The Undertones: Teenage Kicks

Richard Hell & The Voidoids: Blank Generation

Television: Marquee Moon

The Jam: In The City, Going Underground

Buzzcocks: Ever Fallen In Love

Jim Carroll: People Who Died
Wire 12XU

Crass Reality Asylum, Do They Owe Us A Living?, Nagasaki Nightmare

Vorläufer

The Velvet Underground

The Stooges

MC5

New York Dolls

The Who

Szenetypischen Erscheinungen

Obwohl Punk als Idee gerade gegen Normen und für Individualität auftritt, hat sich seit den 80ern ein gewisser Dresscode herausgebildet, der innerhalb der Szene vorherrscht, auch wenn er keinesfalls verpflichtend ist. Wegen der Vielzahl der Strömungen, die jeweils eigene Codes hervorgebracht haben, ist es schwierig, „den“ Punk zu beschreiben. Auch solche Leute, deren Aussehen nicht sehr auffällig ist, bezeichnen sich oft selbst als Punks, da der "Punk" als solches weit mehr auf die Einstellung zurückgreift als auf ein rebellisches Äußeres. Auch typisch für Punks ist der Irokesenschnitt (kurz "Iro" genannt), welcher aber nicht sein muss. Im Allgemeinen treten geschlechtsunabhängig Kombinationen folgender Elemente auf:


Körperschmuck

Piercingschmuck ist in der Punkszene verbreiteter als in anderen Jugendbewegungen. Schon um 1980 haben sich Punks Sicherheitsnadeln durch die Haut gestochen, um sie als Schmuck zu tragen. Tätowierungen sind ebenfalls sehr häufig. Besonders extreme Formen von Piercings und Tattoos finden sich besonders bei der Szeneströmung der Fetischpunks.


Kleidung

Manche Punks tragen gerne Turnschuhe, insbesondere Chucks. Andere Punks bevorzugen sogenannte „Steels“ (sehen den Springerstiefeln ähnlich), oftmals handelt es sich um Bundeswehr-Kampfstiefel, die in Second-Hand-Shops oder im „Army“–Versandhandel preisgünstig zu erwerben sind. Seit einigen Jahren werden jedoch bevorzugt Boots (Doc Martens) getragen. Auch sogenannte „Modepunks“ bevorzugen dieses Schuhwerk.

Weitere Kleidungsmerkmale:

(Enge) Hosen, z. B. Jeans, oftmals gebleicht mit verschiedenen Mustern. In der Szene werden auch sog. Bondagehosen in buntem Karomuster getragen, die mit zahlreichen Reißverschlüssen und Stoffbändern versehen sind. Dazu gehört oft eine Art Kilt.
Nietengürtel und Ketten.
Jeans- oder Lederjacken (oft bestückt mit Nieten, Sicherheitsnadeln, Sprüchen, Aufnähern, Schottenrockmuster und Felle mit Zebra- oder Leopardenmuster), legere Sakkos, auch Bomberjacken, Harrington's oder Parkas.
Nietenarm- und Halsbänder, Stiefelbänder und Ketten als Accessoires
Punkkleidung ist insbesondere bei den Street-Punks oft zerrissen, bemalt, beschriftet oder anderweitig von ihrem Träger verändert.

Verzierungen wie Buttons, Aufnäher oder z.B. Sicherheitsnadeln

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